Brandschutz beginnt vor dem Brand: Prävention als Schlüssel zur Schadensminimierung

Ein Blick auf die Brandursachen – und ihre Entwicklung

Eine Auswertung aktueller Zahlen aus den Bundesländern zeigt ein deutliches Muster: Die häufigste Brandursache in Gewerbe und Industrie ist elektrische Energie – ob durch Isolationsfehler, Überlastung oder Mängel an PV-Anlagen und Akkus. Dazu kommen „offenes Licht und Feuer“ bei Schweiß- und Flämmarbeiten sowie mechanische Energiequellen wie Trennschneider.


Auch Brandstiftung bleibt ein relevantes Thema. Besonders auffällig: In Oberösterreich und der Steiermark rangieren „unbekannte Zündquellen“ mit an der Spitze der Statistik. In Salzburg wiederum gehen beinahe 50% der gewerblichen Brandfälle auf elektrische Ursachen zurück – mit Schadenssummen im zweistelligen Millionenbereich.

Brandfälle Gewerbe / Industrie nach Zündquelle in Oberösterreich

Vier Säulen des Brandschutzes

Die moderne Brandschutzstrategie stützt sich auf vier präventive Pfeiler – organisatorisch, baulich, technisch und abwehrend. Jeder dieser Bereiche erfüllt eine essentielle Rolle in der Schadensvermeidung.
 

Organisatorischer Brandschutz
Oft unterschätzt, aber enorm effektiv: Ordnung und Sauberkeit, regelmäßige Eigenkontrollen, Einhaltung behördlicher Auflagen sowie die Ausbildung von Mitarbeitenden. Besonders wichtig sind die Überprüfung elektrischer Anlagen (z. B. per Thermografie) und aktualisierte Brandschutzordnungen – etwa beim Laden
akkubetriebener Geräte. Auch ein Freigabeschein bei Heißarbeiten kann im Ernstfall Leben retten.

Baulicher Brandschutz
Brandabschnitte, korrekt geschlossene Installationsöffnungen und funktionstüchtige Feuerschutztüren mit Festhaltemagneten sind kostengünstig und schützen dennoch
effektiv. Ebenso essenziell: freigehaltene Feuerwehrzufahrten – nicht selten ein Schwachpunkt in der Praxis. 

Technischer Brandschutz
Hier geht es um Investitionen in hochwertige Systeme: Brandmeldeanlagen, Rauch- und Wärmeabzug, Sprinkler- und Sprühnebelanlagen. Doch Achtung: Für die Versicherung zählen nur zertifizierte und geprüfte Anlagen – eingebaut von Fachfirmen.

Abwehrender Brandschutz
Kommt es dennoch zum Brand, zählt jede Sekunde.  Alarmieren, Retten, Löschen – das sind die Grundsätze.

Regelmäßige Übungen und Brandschutzbegehungen – idealerweise gemeinsam mit der örtlichen Feuerwehr – bereiten Mitarbeitende optimal auf den Ernstfall vor.

Fazit: Vorsorge ist besser als Nachsorge

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Prävention lohnt sich – menschlich, finanziell und betriebswirtschaftlich. Brandschutz beginnt nicht mit dem Feuer, sondern mit der Auseinandersetzung davor. Unternehmen, die hier konsequent handeln, schützen nicht nur Gebäude und Waren – sondern vor allem auch Menschenleben. Für Makler:innen bedeutet das: Prävention ist nicht nur Risikominimierung, sondern auch Beratungschance. Die Oberösterreichische unterstützt Sie dabei.